Odissi Repertoire

Eine klassische indische Tanzaufführung folgt einem bestimmten Muster. Das Eröffnungsstück ist ein Manglacharan, gefolgt von einem Batu, ein oder zwei Pallavis, dann die kunstvollen Abhinayas und zum Schluss und Höhepunkt der Mokshya. Ein einzelnes Stück ist mindestes sieben Minuten lang, demnach hat eine traditionelle Tanzaufführung eine Mindestdauer von einer dreiviertel Stunde.



Radha & KrishnaManglacharan
In dem Eröffnungstanz wird die Mutter Erde geehrt, der Guru (Lehrer), die Musiker und das Publikum. Im Zentrum des Manglacharan steht ein Gebet an einen indischen Gott oder Göttin.

Batu
Batu oder auch Batu Nrutya, ist das zweite Stück im Odissi Repertoire. Es spiegelt den Aspekt von Nritta oder reinem Tanz besonders gut wieder.

Pallavi
Das dritte Stück, der Pallavi enthält wie auch Batu Elemente von Nritta. Er unterscheidet sich jedoch in der Hinsicht, dass er sehr viel melodischer als der Batu ist. Er ist durchwebt von lyrischen Bewegungen, die den Charme und die besondere Anmut der Tänzerin hervorbringt.

Abhinaya

Abhinaya, das vierte Stück besteht aus reinem Nritya. Mit Hilfe der Sprache der Handgesten, der Gesichtsausdruck und der Körpersprache erzählt die Tänzerin ein Gedicht oder eine Geschichte. Sehr häufig wird die Melodie der Liebe zwischen einer Nayaka und Nayika (Held und Heldin)  -  in der Regel Lord Krishna und Radha - dargestellt. Ein gutes Abhinaya verbindet die Tänzerin mit dem Publikum. Die Tänzerin schafft es das Publikum zum Lachen oder zum Weinen zu bringen.

Shivas FamilieNava Rasa
In klassischen indischen Tanz gibt es neun Gefühlsregungen, die Rasas genannt werden.
Srngara – Liebe
Hasya – Lachen
Karuna – Traurigkeit
Raudra – Äger, Wut
Vira – Stolz
Bhayanaka – Angst
Bibhatsa – Ekel
Adbhuta – Erstaunen
Shanta – Friede

Moksha
Am Ende einer Tanzaufführung steht der Tanz Mokhsya. Mokhsya, das bedeutet ‘Befreiung’. Der Tänzer wird mit der Musik eins; seine Idendität verschmilzt mit der Bewegung der sich schnell steigernden Rhythmen, denen sich der Tänzer hingibt, um dem göttlichen Prinzip und der Erlösung, die in Indien Ziel allen Handelns ist, näher zu kommen. Bei einigen Versionen kann das Stück mit einem Vers zu Ehren einer Gottheit enden.